Meine Sommer der kleinen Freiheiten – Handloom Rhapsody Blogtour mit Karlotta Pink

Enthält Werbung und eine Verlosung für Karlotta Pink – Stoffe aus aller Welt

Ein unter fairen Bedingungen handgewebter Stoff, voller Geschichten von den Menschen und Traditionen des Landes, in dem er entstanden ist. Wer ist die Frau, die am Webstuhl für diesen wunderschönen indischen Handloom Stoff saß? Welche Geschichten trägt sie in sich, die sie zu der Frau machen, die sie heute ist? Welche Hoffnungen und Träume hat sie? Was würde sie mir wohl von sich verraten?

Fragt sie sich auch manchmal, wer die Stoffe tragen wird, die sie webt? Welche Geschichte von mir würde ich ihr wohl erzählen? Vielleicht die meiner Sommer der kleinen Freiheiten? Denn das wäre die Geschichte, die ihr Stoff schon bei der Auswahl in mir auslöste:

Meine Sommer begannen als Kind in der Türkei, im Haus meiner Großeltern in Istanbul. Wenn wir vier mit all unserem Gepäck in diesem Haus von ihnen empfangen wurden. Nie habe ich als Kind verstanden, warum meine Großeltern weinen mussten, wenn wir kamen, aber ich weinte mit, wenn sechs Wochen später der Tag des Abschieds kam und wir sie erst im Jahr darauf wiedersehen würden. Ich nenne diese Zeit bei ihnen gern meine Sommer der kleinen Freiheiten, denn die Regeln für uns Kinder tickten dort anders als zu Hause.

Während unser Leben in Deutschland, der üblichen Lebensweise hier entsprach, betrat ich dort eine ganz neue spannende Welt. Das Haus meiner Großeltern war ein kleiner Bungalow mit drei Zimmern und einem großen Flur, in dem das Leben stattfand. Ich erinnere mich an die traditionellen handgewebten Kilims auf dem Boden und die hellblau verputzten Wände im Wohnzimmer. Die Haustür stand immer offen, bereit, um Gäste zu empfangen und um uns Kinder zum Spielen hinaus- und wieder hereinrennen zu lassen, wann immer wir wollten – ohne zu fragen. Wie aufregend ich das fand und was für ein Gefühl der Freiheit mich da überkam! Meine Mutter hatte hier eine andere, entspanntere Haltung, eine Art Grundvertrauen in diese vier Wände, in denen einst einmal ihre eigene Geschichte begann. Das Grundvertrauen übertrug sich auch auf mich: Ich konnte durchschlüpfen durch diese offene Tür, raus in die Welt, wann immer ich wollte und es würde mir nichts passieren.

Ich erinnere mich auch sehr gut an den Garten, mit den zwei großen Pflaumenbäumen, zwischen die sie für uns jedes Jahr eine Hängematte spannte – aus Jutesäcken und einem Seil. Ich liebte diese Hängematte. Unsere Tage verbrachten wir in diesem Garten, schaukelnd oder Beştaş (gesprochen: Beschtasch = fünf Steine) spielend – ein türkisches Geschicklichkeitspiel mit fünf Steinen, das ich bis heute nicht so richtig verstehe, aber das für mich immer mit dieser Zeit und diesem Ort verbunden ist. Oder wir naschten die Pflaumen, die uns meine Großmutter – unter unseren beeindruckten Kindergesichtern und den eher besorgten Blicken ihrer Töchter – höchstpersönlich selbst vom Baum pflückte, statt sie einfach herunterzuschütteln.

Meine Großmutter war eine sehr drahtige, starke Frau, geboren in einer Zeit, kurz bevor die Türkische Republik ausgerufen wurde. Sie konnte spannende Märchen erzählen – von einäugigen Riesen – und hatte zu jeder Situation Sprichwörter parat, über die wir heute noch schmunzeln. In ihren Augen blitzte oft der Schalk, wenn unsere Blicke sich trafen. Ihr traditionelles Erscheinungsbild, die kleingeblümten Haremshosen, die sie gerne trug, ihre zwei langen geflochtenen Zöpfe aus grauem Haar, die unter ihrem Kopftuch hervorlugten und ihre mit Henna orange-rot gefärbten Hände: Sie sah so faszinierend anders aus als all die Menschen die ich kannte und doch war sie mir so vertraut.

Meine Großmutter ist schon lange nicht mehr da und auch das Haus meiner Großeltern mit seinen beiden Pflaumenbäumen gibt es heute nicht mehr. Aber diese Sommer der kleinen Freiheiten, ich trage sie immer in mir. Genau wie das Grundvertrauen in diese offene Tür, durch die ich auch in Momenten von Zweifeln, immer wieder hindurch laufen kann, ohne dass mir etwas passiert.

Hello.

Ihr Lieben, mit meinem „Sommer der kleinen Freiheiten“ setze ich heute den Auftakt für eine ganz besondere Blogtour für die wunderschönen indischen Handloom Stoffe von Karlotta Pink. Jeder Stoff ist in fairer und nachhaltiger Produktion handgewebt und trägt die Handschrift und Geschichte seiner Weberin. In „Handloom Rhapsody“ folgen meine Bloggerkolleginnen und ich diesem Gedanken und verraten Euch eine Woche lang unsere eigenen Geschichten und Dinge, die uns zum Schwärmen bringen.

Ich darf den Stift nun weiterreichen an zwei tolle Kolleginnen. Schaut mal, bei welchen großartigen Frauen die Handloom Rhapsody ab morgen noch schönen Stoff zum Lesen bietet:

Handloom Rhapsody Blogtour

Für mich war es wirklich eine absolute Bereicherung, Dank der netten Anfrage von Karlotta Pink näher mit diesen besonderen Stoffen und ihrer tollen Unternehmensphilosophie vertraut geworden zu sein. Karlotta Pink arbeitet mit kleinen Weberei-Kooperativen in Nordindien zusammen. Die Stoffe werden von den Weberinnen in Heimarbeit hergestellt und über die Sozialkooperative gemeinschaftlich vertrieben. Dabei soll das alte indische Weberei-Handwerk gefördert und zugleich den Frauen ein Beitrag zum Lebensunterhalt ermöglicht werden.

Meine Auswahl fiel auf 2 Meter dieses Handloom Stoffes im spätsommerlichem burnt Orange, ganz im Zeichen unserer 12 Colours of Handmade Fashion in diesem Monat. Der weiche Stoff ließ sich toll verarbeiten und macht sich in meinem Kleiderschrank ganz besonders gut als lässiges Shirtdress Kalle von Closet Case Patterns. Ein Schnitt, den ich in diesem Jahr noch unbedingt nähen wollte. Eine gute Entscheidung. Mit einem dunklen Rolli drunter oder einem Cardigan drüber ist das Kleid nun ein perfekter herbstlicher Begleiter, auf den ich nun schon mehrmals angesprochen wurde.

Euch gefällt das Kleid? Der Look? Der Stoff? Ich freue mich, dass ich einer von euch ebenfalls 2 Meter dieses Handloom-Stoffes in einer Farbe eurer Wahl (sofern ausreichend verfügbar) für die Herbstgarderobe dazu steuern kann. Hinterlasst mir einfach bis kommenden Sonntag, den 01.10.2017 in den Kommentaren, welcher Stoff in Euch Geschichten weckt und Euch zum Schwärmen bringt! Zwischen all den Kommentaren entscheidet das Los. Mehr zu Verlosungen auf Tweed & Greet erfahrt ihr hier.

Viel Spaß beim Stöbern und einen wunderschönen Sonntag.

Liebste Grüße,

Eure Selmin

 

The Refashioners 2017: My Jumpsuit from a Men’s Corduroy Suit

HIER KLICKEN FÜR DEUTSCHE VERSION ◊

Refashion Cord Jumpsuit aus Herrenanzug - Tweed & Greet

There are three main things I have learned from refashioning an old suit: 1) Having a refashioning plan in your head does not mean you’re finished (okay, I knew that before, but I just wanted to point out for any future generation of refashioners). 2) A suit jacket does not have a lot of fabric to offer, even when it’s too big. 3) Always have a lint roller at your fingertips when unpicking a blue corduroy suit on a white cotton sofa. This thing makes a mess. A real mess.

Weiterlesen

The Refashioners 2017: Mein Cord Jumpsuit aus einem alten Herrenanzug

◊ CLICK HERE FOR ENGLISH VERSION ◊

Refashion Cord Jumpsuit aus Herrenanzug - Tweed & Greet

Drei Dinge, die ich aus dieser Refashion-Aktion gelernt hab‘: 1) Ein fertiger Plan im Kopf heißt noch lange nicht, dass ICH ebenfalls fertig bin. 2) So eine Anzugjacke hat wirklich wenig Stoff zu bieten, auch wenn sie zu groß ist. 3) Hab‘ immer eine Fusselrolle parat, wenn Du einen dunkelblauen Anzug aus Cord auf einem weißen Sofa auftrennst. Das Zeug macht eine Menge Dreck. Eine Menge.

Weiterlesen

Ein Sommerkleid – Drei Herbstlooks: So wird ein Maxikleid herbsttauglich

Sommerkleid herbstlich stylen - Tweed & Greet

Wir können es nicht mehr leugnen. ES. IST. HERBST. Als Septemberkind habe ich eine besondere Verbindung zu dieser Jahreszeit. Sobald das erste kühle Lüftchen weht, freue mich darüber, das erste Mal Schal wieder einen Schal zu tragen, die Stiefel rauszuholen und mich mit wärmeren Schichten zu schmücken. Trotzdem fällt es mir schwer, mich von geliebten Sommerteilen so schnell trennen zu müssen. Gerade wenn ich sie gefühlt noch gestern mühevoll genäht habe. Der September macht es uns aber unheimlich einfach, um mit ein paar kleinen Tricks geliebte Sommerteile noch eine kleine Weile in die kühlere Jahreszeit mit rüber zu schmuggeln, bevor die richtige Kälteperiode beginnt.

Weiterlesen

Orange Farbprachten im September – Macht Ihr mit?


Dem goldenen Herbst Konkurrenz machen, mit einer Riesenportion Orange! Das ist mein Plan in diesem Monat! Und während ich diese Zeilen noch schnell korrigiere, rückt bei meinem Blick aus dem Fenster die Sonne eine kleine vorwitzige, orange gefärbte Baumkrone gerade ins perfekte Licht. Wer heute genau hinschaut, wird auch schon die ersten bunten Blätter unter seinen Füßen finden. Ein erstes Herbstrauschen ist zu spüren und am Ende des Monats wird unsere grüne Welt da draußen in den buntesten orange Tönen leuchten. Glaubt mir, ich weiß Bescheid, ich bin ein Septemberkind.

Weiterlesen

Top Nana: Sommerliche Schleifen-Träger statt Statement-Ärmel

Top Nana by Dessine Moi un Patron - Tweed & Greet

Emilie von Dessine Moi un Patron ist für mich ja Königin der Detail- und Statementärmel. Auch wenn in diesem Fall gar keine Ärmel existieren, ihr Sommertop Nana ist ein Statement für sich. Und während hierzulande in diesem Sommer immer noch mit Trompetenärmeln, Rüschen oder Off-Shoulder-Tops experimentiert wird, knallt sie uns einfach mal dieses Top mit den riesigen Schleifenträgern an den Latz! Wumms! „Hier, vergiss die alten Statementdinger, probier‘ mal Megaschleifen!“

Weiterlesen