Von mundgeblasenen Donuts und Pokerface im Bikini – Der Blick hinter die Kulissen meines Lieblingsprojektes 2016

Blick hinter die Kulissen - Bikini Sophie - Tweed & Greet

Blick hinter die Kulissen - Bikini Sophie - Tweed & Greet

Bei der Sortierung meiner Highlight-Projekte dieses Jahres bin ich auf meine Bikini Sophie-Bilder gestoßen. Trotz der Kälte draußen und des ganzen Weihnachtstrubels war ich plötzlich mittendrin in jenem Tag, an dem die Bilder entstanden sind. Der Blick auf die Fotos bringt mich immer zum Schmunzeln, denn er erinnert mich an die bekloppten Dinge, die ich manchmal bereit bin, für meinen Blog zu tun. Habt ihr Euch eigentlich schonmal Gedanken darüber gemacht, was hinter den Blogfotos, die ihr betrachtet, für Geschichten stecken? Welche Situationen mit den Blogfotos oder -posts verbunden sind, die dem Leser verborgen bleiben?

Gerade im Urlaub freue ich mich immer sehr auf den Kulissenwechsel für Outfitfotos. Von der Fotokomposition für die Bikinifotos hatte ich bereits eine genau Vorstellung im Kopf. Als Aufnahmeort hatte ich im Vorfeld schon den Ministrand von Millook Haven auserkoren. Ein wirklich ruhiges Plätzchen mit tollem Abendlicht, das hauptsächlich am Wochenende von Surfern, Anglern und abends von Pärchen und Familien zum Sonnenuntergang gucken aufgesucht wird.  Unter der Woche war es immer eher ruhig. Zumindest in dem Jahr davor, als wir – außerhalb der Schulferien – dort waren. Ein perfektes ruhiges Plätzchen also, um Stativ und Fernauslöser auszupacken und im Bikini zu posieren. Da das richtige Licht für Außenaufnahmen – gerade in Großbritannien – nicht immer vorhersagbar ist, nutzte ich den ersten Abend, der in Frage kam.

Der gigantische aufblasbare Donut war Teil meiner Fotokomposition. Ich hatte ihn noch kurz vor unserer Abreise bestellt und mir keine Gedanken über das Aufpumpen gemacht. Also nur schnell den Donut auspacken und äh….aufblasen. Puh, stank der nach Chemie. Ich setzte das Luftventil an meine Lippen und blies mit einem großen Puster los. Von dem Kunstoff bewegte sich nichts. Ich blies nochmal. Nichts. Nach vier bis fünf großen Pustanläufen schien sich die Hülle leicht zu bewegen. Das könnte also dauern. Ruhig bleiben und weitermachen. Puh, wie das stank. Bloß nicht direkt einatmen. Pusten, Kopf weit wegdrehen, durch den Mund tief einatmen, Kopf zurückdrehen, Lippen wieder ans Ventil und weiterpusten. Ob von den Ausdünstungen Spätfolgen an meinen Atemwegen auftreten würden? Okay, vielleicht doch lieber draußen weiterpusten. Konnte man eigentlich in Ohnmacht fallen, wenn man zu lange so viel Atemvolumen von sich gab? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, als mein Mann nach einer Dreiviertelstunde von der Gassirunde zurückkam, war mein Donut endlich aufgeblasen und mir schwirrte der Kopf. Ich packte meine Sachen zusammen und lief samt Kamera, Stativ und mundgeblasenem Riesendonut zum Strand.

Dieser Strand war an dem Abend aber plötzlich so mit Familien belebt, dass ich mich doch etwas eingeschüchtert zurückzog. Ich entdeckte das Tor einer kleinen Strandhütte, von dem die Farbe schön abgeblättert war und entschloss, mich dort hinzustellen. So positionierte ich mich hinter den Strandbesuchern und ich war mir sicher, es würde sich jeder auf den Sonnenuntergang konzentrieren.

Blick hinter die Kulissen - Bikini Sophie - Tweed & Greet

Gerade als ich meinen Donut an der Tür anlehnen wollte, entdeckte ich ihn, den riesigen Hundehaufen an „meiner“ Fotokulisse. Vor Ekel kamen mir Tränen. Ich stand vor der wichtigen Entscheidung: Fotos vor toller blauer Tür neben Hundehaufen oder Fotos am Strand neben anderen Menschen. Ich stellte mich einen halben Meter weg vom Haufen und begann aufzubauen.

Auf den Fotos sieht man am Ende nur kleine Ausschnitte von mir und meinem Nähprojekt. Trotzdem stand ich an diesem Abend in voller Montur im Bikini und einem gigantischen Donut um die Hüfte und Fernglas um den Hals an diesem Tor und posierte allein vor einem aufgebauten Stativ und Kamera. Die Menschenzahl, die sich für den anbrechenden Sonnenuntergang interessierte, schien leicht zu schwinden. Während die Erwachsenen sich zwischendurch eher verstohlen zu mir umdrehten, hatte sich eine Gruppe Kinder mit ihren Grilltellern schon längst mit dem Rücken zum Wasser an den Strand gesetzt und guckte mir zu. Irgendwann bekam ich auch Besuch. Von einem Kerl, der sich samt seiner Bierdose in der Hand kommentarlos knapp zwei Meter neben mich stellte, um von dort aus „den Sonnenuntergang zu beobachten“. Ich begrüßte ihn nett mit einem „hello“ und posierte weiter. In der Hoffnung, dass brauchbare Fotos dabei rumkommen. Und dem festen Vorsatz, diese Geschichte niemals nie einer Menschenseele zu erzählen…

Die Geschichte hinter dem Blogpost- Tweed & Greet

Ihr Lieben, mit diesem Schwank aus meinem Sommer 2016 verabschiede ich mich schonmal in das Weihnachtswochenende! Ich wünsche Euch ganz wunderbare Tage mit euren Liebsten mit Trubel und Heiterkeit aber auch die nötige Ruhe, um runterzukommen und Energie zu tanken für die Dinge, die uns das nächste Jahr bringen wird.

Ich hoffe übrigens sehr, wir sehen uns in diesem Jahr noch zweimal wieder, nächste Woche hab‘ ich nämlich ganz feierlich was zur Folgeaktion von 12 Letters of Handmade Fashion zu verkünden und an der Galerie euer L-Beiträge für den 31.12. bastle ich auch schon ganz fleißig!

Habt eine tolle Weihnachtszeit!

Liebste Grüße,

Eure Selmin

ÄHNLICHE BEITRÄGE

16 Kommentare

  1. Antworten

    Jennifer Weller

    22. Dezember 2016

    Hach ja, die Solo-Fotoshoots. Auch immer toll, von irgendwelchen älteren Herren gefragt zu werden, was ich fotografiere. Ich posiere vor einer Kamera. Ist das nicht offensichtlich?
    Und die Leute, die keinen Sinn für angemessenen Abstand haben, kenne ich auch. Hiiii. Bitte weiterlaufen.

    Ich habe das Problem mit den Locations auch öfter. Am Dienstag wollte ich vor einer tollen Kunstinstallation im Wald posieren. Leider war die schon abgebaut… Dann läuft man weiter und weiter und denkt sich irgendwann „Joah, könnte mal langsam ein nettes Fleckchen kommen.“ 😀
    Besonders schlimm finde ich es zu dieser Jahreszeit, wenn alles matschig und voller brauner, verfallender Blätter ist. Da kann man leider nicht für sich allein in der Natur shooten.

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      Ahaha, ich kann mir dein Gesicht vorstellen, wenn du so etwas gefragt wirst😂

  2. Antworten

    Frau Du

    22. Dezember 2016

    Hahaha 😀 Ich kann es mir so gut vorstellen! Vielen Dank für deine kleine Geschichte, das Drumherum sieht man dir auf den Fotos nicht an ^^ Ich wäre spätestens bei dem Bierdosentypen verschwunden.. Ich bin schon sehr gespannt auf deine neuen Pläne und hoffe, mein L-Projekt wird rechtzeitig fertig 🙂
    Liebe Grüße
    Caroline

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      Hehe, nee nee, zum Verschwinden hatte ich schon zu viel Energie reingesteckt:-) Ich drück Dir die Daumen für dein Projekt! Ein Bisschen Zeit bleibt ja noch:-) Liebste Grüße, Selmin

  3. Antworten

    Susanne Dienstag

    22. Dezember 2016

    Oh mein Gott, du Arme; da hast du wirklich Opfer gebracht !
    Ich habe mich jetzt natürlich köstlich über deine Hintergrundgeschichte amüsiert.
    LG von Susanne

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      Hihi:-)

  4. Antworten

    Christine

    22. Dezember 2016

    Hihi, sehr schöne Geschichte! Mir schwirren jetzt allerdings so ein paar Ideen durch den Kopf, wie Du den Typ Bierdosen noch aktiv hättest einbeziehen können 😉
    Schöne Grüße
    Christine

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      Ahahaha, ich hätte ihn fragen können, ob er Lust hätte, sich nützlich zu machen und den Haufen wegzuräumen😂

  5. Antworten

    Tabea

    22. Dezember 2016

    Ach du meine Güte – ich wusste ja, dass viele Blogger EINIGES für ihren Blog tun, aber dass du dir antust, einen stinkenden Mega-Donut selbst aufzublasen, das verdient doch meine Hochachtung! Da hättest du dir echt ein blaues Tor ohne Hundehaufen verdient gehabt… aber manchmal hat man einfach Pech (Bei mir ist es immer schweinekalt, wenn ich Zeit habe, Fotos für das Projekt „Graustufen“ draußen zu schießen, und die auch wirklich an dem Tag machen muss, damit der Post pünktlich online kommt…)
    Glotzende Kinder wären mir allerdings seeehr unangenehm gewesen – ich bin eh schon schlecht im Posieren vor Kameras – aber allein und im Bikini dabei beobachtet werden? Uarg, ein Albtraum!!

    Danke für diese kleine Geschichte von der Entstehung deiner Fotos – ich werde nun an dich denken, wenn ich mich für meinen Blog zu irgendwas überwinden muss, um an meine Fotos und Texte zu kommen 😉

    Auf die Folgeaktion von den 12 Letters of Handmade Fashion bin ich sehr gespannt – ich suche doch aktuell nach Projekten für 2017.

    Liebe Grüße

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      Hihi, manchmal packt mich halt der Ehrgeiz:-) ich bin gespannt ob die Aktion was für Dich ist:-) Liebste Grüße, Selmin

  6. Antworten

    Lena

    22. Dezember 2016

    oh du! <3 #womancrush

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      22. Dezember 2016

      <3

  7. Antworten

    jennifer-heart

    27. Dezember 2016

    Ich liebe es, wie du schreibst! Ich kann mir so gut vorstellen, wie es für dich am Strand war. Danke, dass du das alles auf dich nimmst ☺, um hier deine Bilder zu präsentieren. Die liebe ich nämlich auch. 😊

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      27. Dezember 2016

      Ich danke Dir meine Liebe!!

  8. Antworten

    kunecoco

    29. Dezember 2016

    😀 Was für eine tolle Background-Story zu den tollen Bildern. Schon manchmal abgefahren, was wir so für unseren Blog alles auf uns nehmen. 😀

  9. Antworten

    Christiane Sever

    30. Dezember 2016

    So witzig! Und die Bilder sind toll geworden – trotz allem …
    😉
    Liebe Grüße
    Christiane

Kommentar verfassen