Geschickt eingefädelt?

Immerhin, ein paar Ergebnisse habe ich heute schon vorzuweisen, ein paar kleine.
Bei der richtigen Garnauswahl konnte mir Corinna helfen. Das Einfädeln des Obergarns habe ich mit Hilfe von Youtube und meines Nähmaschinenhandbuchs hinbekommen. Das Spulen der Unterspule lernte ich eher mit Hilfe meines Handbuchs. Leider vergaß die Dame, die durch das Videotutorial führte, zu erwähnen, dass man die Nähmaschine anschaltet bevor man das Fußpedal tritt. So überprüfte ich minutenlang alle Kabelanschlüsse und kam vorerst zu dem Schluss, dass meine Maschine kaputt sei, bis mir der Ein- und Ausschalter neben dem Kabel auffiel. Ähem. Was sie aber ebenfalls vergaß zu erwähnen, war, dass die Spule erst dann anfängt zu spulen, wenn man den Schalter, auf der sich die Spule befindet, erst zum Spulenstopper schiebt. Man sollte halt noch das Handbuch der Maschine zur Hilfe nehmen.
  
Das Einsetzen der Unterspule war schon etwas komplizierter. Sehr knifflig wurde es, als ich – genau nach Anleitung meiner inzwischen drei Bücher – den unteren Faden mit Hilfe des Oberfadens und der Auf- und Abbewegung der Nähnadel aus der unteren Kammer nach oben holen sollte. Nach gefühlten zehn Versuchen konnte sich das Ergebnis aber sehen lassen.
Die ersten Geradeausnähversuche klappten auch ganz wunderbar, so dass ich mich frohen Mutes an den Schnitt der Stoffe setze. Da es sich um Kissen handelt, war in der Anleitung beschrieben, dass man je ein 44 x 44 cm Quadrat sowie zwei Rechtecke a 26 x 44 cm und 33 x 44 cm in den Stoff einzeichnen und schneiden solle. Leider war ich bisher immer davon ausgegangen, dass ich einfach nur Schnittmuster appausen und auf die Stoffe aufsetzen und schneiden müsse, dass mir jetzt erst auffiel, dass ich gar kein Werkzeug besitze, das mir die sorgfältige Einhaltung von 90° Winkeln und parallelen Seiten ermöglicht. Mein großer (er ist riesig!) Weltatlas kam mir hier wunderbar zur Hilfe. Die jeweiligen Endpunkte steckte ich mit Stecknadeln fest. Und zog mit dem weißen Kreidestift meine Linien.
Jetzt, wo es nun darauf ankam, sauber zu schneiden, stellte ich leider fest, dass meine Schere, die vom Hersteller als „Schneiderschere“ tituliert wird, leider extrem stumpf ist, und sich gar nicht leicht durch den Stoff führen lässt, wie sie das laut meiner Bücher tun sollte. Die Resultate waren, abgesehen davon, dass es durch das ständige Anheben des schweren Weltatlas im Kreuz zieht, unsaubere Schnittlinien und ein wunder Daumen durch die schwere, stumpfe Schere.
Die ersten Stoffteile sind geschnitten. Wenn auch mit Kinderkrankheiten. Aber es ist nunmal ein Prototyp und es muss nicht perfekt sein. Theoretisch könnte ich daraus schon ein Kissen nähen. Es soll aber ein zweifarbiges Kissen werden. Das bedeutet, ich muss den zweiten Stoff noch nach dem gleichen Muster schneiden. Das wird noch ein Spaß. Die Rückseite des Stoffes ist nämlich weiß, wie mir auch erst eben aufgefallen ist. Ich muss mir also noch etwas überlegen, wie ich die weiße Kreidemarkierung erkenne.
Zum Schluss noch eine kleiner Blick auf das Ergebnis meines hochmütigen Geistesblitzes: „Ach schön, mit den gelben Stoffresten mache ich mir eben schnell ein sommerliches Haarband“. Zeit für eine Pause. Das Erfolgserlebnis kommt bestimmt.
4. August 2012

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2 Kommentare

  1. Antworten

    Anonymous

    6. August 2012

    Meine Liebe, ich werde hier täglich vorbei schauen und mir dabei überlegen, ob ich wirklich die Nähmaschine meiner Mutter übernehme. Hört sich gar nicht so einfach an, aber ich glaube an dich. Du machst das! Aber ob ich das kann! Ich drück dich!

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