Sweater Sloane von named aus Samt – Mein wortkarger Softie aus’m Nähzimmer

Sloane Sweater von named clothing aus Samt - Tweed & Greet

Notiz an mich selbst: Nicht zu lange herumtrödeln mit dem Verbloggen von abgeschlossenen Nähprojekten! Diesen Samtsweater nämlich, den hab ich schon im Dezember fertiggestellt und fotografiert. Im Dezember! Ewig ist das ja schon her! Und jetzt, jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich Euch alles zu dem Pullover erzählen wollte.

Sloane Sweater von named clothing aus Samt - Tweed & Greet

Mit dem Nähen und Bloggen läuft es bei mir im Idealfall nämlich eigentlich so: Die Bloggeschichte entsteht bereits während des Nähprojektes in meinem Kopf, während aus den Stoffteilen in meinen Händen ein Kleidungsstück wird. Am Allerliebsten schreibe ich schon nach dem Fertignähen einfach im ersten Durchgang drauflos und habe bestenfalls dazu passend eine grobe Vorstellung von den Fotos.

Auf diese Art und Weise sind Blogpost und Nähprozess ganz eng miteinander verknüpft, die Gedanken zum Nähprojekt sind noch präsent und die Emotionen auch noch ganz frisch. Emotionen? Bei einem Nähprojekt? Klaro! Da spielen sich manchmal regelrechte Jahrhundertdramen ab. Oder große Liebesgeschichten mit Happy End. Je nachdem was für ein Werk da gerade auf dem Nähtisch entsteht. Jedes meiner selbstgenähten Kleidungsstücke ist mit Emotionen verbunden: Stolz und Freude, zum Beispiel wenn der zum ersten Mal genähte Bikini am Ende wirklich so aussieht wie ein echter Bikini und sogar passt! Erleichterung, wenn Karos nach geduldigem Anpassen perfekt aneinandergenäht sind. Genervtheit, wenn ich die schiefe Ziernaht zum gefühlt fünfzigsten Mal wieder auftrennen muss. Wutausbrüche, bei denen sich Außenstehende wahrscheinlich fragen würden, ob mir das Nähen überhaupt wirklich Spaß macht. Jaaahaaa! Nähen ist suuuper! Aber manchmal, aarghs, da möchte ich den Stofffetzen einfach trotzdem gegen die Wand schleudern und ’ne Runde schmollen, bis es sich bei mir entschuldigt!

Euphorie und darauffolgende Enttäuschung, sind ebenfalls gute Bekannte im Nähzimmer. Aber am Ende gewinnt ganz oft der Triumph, das Kleidungsstück gemeistert zu haben. Jedes Projekt beinhaltet seine eigenen Gefühlsfaktoren und eine eigene Geschichte. Ich liebe es, die Geschichten hier festzuhalten und später immer mal wieder zu lesen.

Sloane Sweater von named clothing aus Samt - Tweed & Greet

Tja, und jetzt sitze ich hier und kann diesem Pulli einfach keine Geschichte oder einen Gefühlszustand mehr entlocken. Es muss Zuversicht gewesen sein, gepaart mit Vorfreude auf ein schnell gelingendes Stück. Vielleicht ist dieser Samtsweater aber einfach auch kein Typ für große Gefühlsausbrüche. Zuschneiden, stecken, zusammennähen und Zack! Fertig. Alle happy. Ein wortkarger Softie mit weichem Kern und einer Schale aus Samt. Und einer Schwäche für mein Kleid Jette. Die beiden passen hervorragend zusammen. Wenn die Chemie stimmt, dann stimmt sie – auch ohne viel bla bla.

Was ich auf jeden Fall weiß: Dieser Sloane Sweater von named war für mich persönlich DIE Schnittentdeckung des Jahres 2016. Er ist so schnell genäht, hat durch die Abnäher eine tolle Passform und ich kann mit unterschiedlichen Materialien experimentieren. Ganz tollkühn gestartet mit meinem Refashionsweater aus Jeans im Sommer, folgte darauf erst einmal eine – zu – schlichte Version in weiß, die ich später durch einen Schriftzug noch etwas individualisiert habe.

Der Stoff ist der Rest von dem Samt, das auch mein Latzkleid Cleo schmückt. Dieser Veloursamt von Stoff und Stil ließ sich insgesamt viel besser und leichter verarbeiten, als das Seidensamt meiner Tokyojacke und so war der Pulli ruck zuck an einem Nachmittag genäht. Ich sag‘ ja, zack! Fertig! Happy!

Hello!

Sloane Sweater von named clothing aus Samt - Tweed & Greet

So, jetzt möchte ich natürlich auch gern mal wissen, was für Szenen sich bei Euch am Nähplatz so abspielen. Kann man Euch auch manchmal schnauben und fluchen hören? Und dann wieder fröhlich summen und jubeln? Hier, nehmt Euch ein Tässchen Tee oder Kaffee, setzt Euch zu mir an die Bettkante und erzählt mal! Ich bin gespannt, Eure Nähgeschichten zu hören!

Habt einen tollen Sonntag! Liebste Grüße,

Eure Selmin

Veröffentlicht von Selmin von Tweed & Greet

Hello, nice to meet you! Ich bin Selmin. Vor zwei Jahren habe ich meine Liebe zum Nähen entdeckt und genieße seitdem immer wieder das Gefühl, am Ende eines Nähprojektes dieses einzigartige Stück in den Händen zu halten. Es ist ein ganz besonderer "Oh hello!"-Moment, wenn mich mein Werk in seiner Vollständigkeit begrüsst und ich weiß, dass ich für genau diesen Moment gearbeitet habe. Ich möchte in diesem Blog meine Projekte mit euch teilen und alles was mich zu diesen Projekten inspiriert: Schöne hochwertige Stoffe, besonderes handwerkliches Design aus dem Bereich Fashion und Lifestyle. Da ich selbst noch im Lernprozess bin, kenne ich viele Anfängerfehler und möchte vor allem auch Leuten, die erst seit kurzer Zeit "hello to handmade fashion" gesagt haben, eine Lernplattform bieten. Ich wünsche Euch viel Spaß und freue mich sehr über Feedback und Austausch.

20 Kommentare

  1. Oh ja, fluchen kann ich beim nähen auch ganz wunderbar… zuletzt bei meinen Handschuhen, und da ist dann auch noch die ganz große Liebe draus geworden….

  2. Meine Liebe, ich habe mich total identifiziert. Bei mir kommt folgende Variante oft vor: „es dauert vieeeeel länger als ich gedacht habe, aber ich verlasse das Nähzimmer nicht bis ich fertig bin…“ 🙃 Man endekt sich selbst in Nähzimmer 🙂 Ich wusste nicht dass ich so diszipliniert und eifrig sein könnte!!

  3. Ich beschimpfe nicht so sehr die Dinge, an denen ich arbeite, als dass ich über das eigene Unvermögen (die Schusseligkeit, die Unordnung…) fluche. So sehr, dass mich manchmal die Kinder zur Ordnung rufen und für mehr Nachsicht mit mir selber plädieren. Und ja, es macht mir ungeheuer Spaß und ist Lebenselixier!
    LG, Bele

  4. Ei, das kenn ich! Genähte Sachen so spät einstellen, dass einem ncihts mehr dazu einfällt. Oder wie es eben bei meinen Kindersachen passiert… die passen nicht mehr in die Jahreszeit 😉

    Bei den Kindersachen mangelts momentan an den Fotos. Das Kind, das sich immer bereitwillig vor der Kamera breit gemacht hat huscht jetzt nur mehr durch die Bilder… bestenfalls. Da im winter das Lich zum Fotografieren eh schon schwierig ist, entwickelt sich diese Situation zu unlösbar. Aber gute Fotos sind mir einfacch so wichtig. Also warte ich auf den perfekten Moment: Dass alles aus der Waschmaschine kommt, stimmig kombiniert angezogen ist, die Laune des Kindes passt, das Licht, der Hintergund,…

    … am Dienstag präsentiere ich DIE Winterhaube und eine Jeans die bald schon ein wenig kurz wird… Licht war NICHT gut, aber wenn nicht jetzt, dann wohl nie.

    Liebe Grüße!

  5. Hallo Selmin,

    mir geht es ähnlich wie Dir: Oft entsteht das, was ich auf meinem Blog schreiben will, schon während des Nähprozesses. Manchmal auch schon, wenn ich eine Eingebung habe, was mein nächstes Projekt werden wird. Leider gibt es bei mir auch Phasen, in denen gar nichts geht, und so eine längere Phase habe ich gerade hinter mir. Anderes zu schreiben, fiel mir in meiner aktuellen Situation einfach leichter.

    Nun hoffe ich aber, dass es mit dem Nähen wieder weitergeht bei mir, da kommt mir deine 12 Colours of handmade Fashion gerade recht – das erste Teil ist schon letzte Woche fertig geworden, ein neues Teil, allerdings in einer anderen Farbe als die beiden von Dir, habe ich heute beendet. Veröffentlichung folgt.

    Fluchen und Schimpfen kommt auch bei mir vor, wenn es beim Nähen nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe oder wie heute, wenn ich das fertige Teil an mir nicht fotografieren kann, weil sämtliche Akkus leer sind und erst mal aufgeladen werden müssen. Deshalb, wie gesagt, folgen die entsprechenden Beiträge dann auch später als geplant.

    LG
    Ulrike

  6. Bei mir ist eher so dass ich im Alltag mit 2 Kleinkindern in der Trotzphase und einem Baby den ganzen Tag so viel rede, mich wiederhole, (brülle) dass ich beim nähen nix mehr hören will – garnichts – nicht mal stumme Selbstgespräche im Kopf. Einfach nur rattern lassen und abschalten. Schränkt natürlich die Auswahl der Schnitte ein. Was kompliziertes geht da nicht.
    Aber Deine Dramen lese ich gern, auch wenn Dir mal nix zu einem Schnitt einfällt.
    LG
    Martina

  7. Bei mir entstehen die Geschichten zu den Rezepten und Fototouren auch während des Entstehungsprozesses – entweder läuft alles verdammt gut und ich muss die Begeisterung teilen oder aber es geht alles schief und versuche das in Humor zu verpacken und andere vor ähnlichen Dramen zu bewahren 😉 Daher tippe ich also am liebsten wie du direkt im Anschluss …

    Dieses „Alles an die Wand schleudern“-wollen, kenne ich beim Nähen nur zu gut – obwohl ich es wie du total liebe. Meist lasse ich das Projekt dann auch ewiig liegen, bevor ich es wieder anfasse…

    Der Sweater sieht echt nicht schlecht aus – nur kann ich mir kaum vorstellen, wie sich so ein Pulli aus Samt trägt, da ich noch nie ein Kleidungsstück aus Samt getragen habe. Verpasse ich etwas? Jedenfalls wirkt der Stoff echt edel – da sieht der Sweater nicht mehr wie „Gammel-Tag-Kleidung“ aus, sondern fast wie für Omas 70. Geburtstag geeignet 🙂

    Liebe Grüße

  8. Liebe Selmin,
    jaaa, ich möchte mich gerade mal mit meinem Kaffe zu Dir setzen und ausführlich über dieses Thema mit Dir quatschen. Vermutlich würde ich Dir von meiner Cabanjacke erzählen, deren Schnittmuster mir bereits große Fragezeichen auf die Stirn warf. Ein 1000 Teile Puzzle von Ravensburg wäre ein Kinderspiel dagegen. Dann wuselte ich mich durch, bekam langsam ein Gefühl dafür und ich freute mich auf die Jacke. Nur noch schnell das Futter und ich könnte sie schon am nächsten Abend tragen. Und da war die Ungeduld sowie spontane Änderungen an der Jacke nicht förderlich. Am Ende konnte ich sie zwar anziehen, aber es riss im Laufe des Abends das Futter und dann schwöre ich, haben alle Stellen, an denen ich gepfuscht hatte gaaanz laut „Guck mal, ich bin eine unsaubere Naht!!!“ gebrüllt Fazit: Ich werde neuen Futterstoff kaufen und alle verhunzten Stellen nochmal neu machen. So eine brüllende Jacke ist doof zu tragen. So, entschuldige den langen Kommentar. Ich mache Dir einen neuen Kaffee oder Tee, okay? 😉
    Abe es gibt auch die Projekte, die so gut gelingen, dass ich hinterher glaube, ich wäre die Queen der Nähmaschine 😂👸
    Liebe Grüße Julia

  9. Jetzt hast du mich auf dem linken Fuß erwischt…gerade gestern gab es hier einen kleinen Wutausbruch aufgrund super flutschigen Stoffes. Ende vom Lied – nach einer kurzen Erholungsphase habe ich dann doch gewonnen ;-).
    Herzlichst Ulla

  10. Pingback: Eine beige Cordhose und ein bisschen Hosenschlitzprosa • Tweed & GreetTweed & Greet

  11. Oh dieser Samtpulli <3 Darauf kannste im Notfall auch mal ein Nickerchen machen. Ich muß irgendwo einen lockeren Samtblazer haben, fällt mir gerade ein. Den muß ich jetzt unbedingt aus den Tiefen hervorwühlen. Merci <3
    Liebst
    Jeanny

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