Die kleine Nähakademie: Basics – Überblick über die Nähmaschine

Überblick über die Nähmaschine

Ihr wollt auch mit dem Nähen loslegen und benötigt noch ein bisschen Starthilfe? Prima!! Dann willkommen bei meiner neuen Rubrik „Die kleine Nähakademie“. Nach und nach gibt es hier Tipps, Tricks und Anleitungen aus dem Blickwinkel von jemandem, der auch erst vor Kurzem in die weite Welt des Nähens aufgebrochen ist und viele Gedankengänge von Anfängern kennt. Ich freue mich, meine Erfahrung mit euch zu teilen und eure Näherfolge zu begleiten!

Wir starten mit einem ersten Überblick über die Nähmaschine, um das Mysterium etwas näher zu ergründen:

Let’s have a look:

Die abgebildete Maschine ist eine Singer, Modell 2250. Ich habe sie damals zum Einstieg gekauft. Am Ende dieses Posts schreibe ich hierzu noch meine persönliche Meinung. Es handelt sich bei dieser Maschine um eine mechanische Freiarmmaschine. Auch wenn sich Maschinen optisch von einander unterscheiden, sind sie vom Aufbau her miteinander vergleichbar. Daher ist die Grafik auch auf andere Maschinenmodelle übertragbar.

Hier die wichtigsten Funktionen kurz beschrieben:

Fußpedal und Kabel

Ist das Kabel des Fußpedals in die vorgesehene Buchse (i.d.R. rechts unten an der Seite der Nähmaschine) eingesteckt und der Netzschalter eingeschaltet, kann man durch Treten auf das Pedal die Nähmaschine starten. Die Nähnadel bewegt sich auf und ab und wenn Ober- und Untergarn eingefädelt sind, wird so auch die Garnführung und der Nähvorgang gestartet.

Füßchenheber

Der Füßchenheber ist in der Regel ein kleiner Hebel in der Nähe der Nähnadel. Wenn Ihr den Hebel anhebt, hebt sich auch das Nähfüßchen und Ihr könnt den Stoff darunter platzieren. Bevor Ihr beginnt zu nähen, müsst Ihr den Hebel herunterklappen, dadurch wird das Füßchen auf dem Stoff platziert.

Stichauswahl

Mit dem Wählrad könnt ihr auswählen, welche Stiche Ihr verwenden möchtet. Die wichtigsten Nutzstiche sind: Geradstich, Zickzackstich und Knopflochstich. Aus dem Wort Geradstich kann man ja schon ableiten, dass Ihr damit gerade Nähte näht. Zickzackstiche werden oft verwendet, um Nahtzugaben zu versäubern, damit der Stoff nicht ausfranst. Die Knopflochstiche werden genutzt, um – Überraschung! – Knopflöcher zu nähen.

Stichlängenauswahl

Meine Maschine hat 4 verschiedene Längen, die ich mit dem Stichlängenrad einstellen kann. Bei normalen unelastischen Baumwollstoffen lasse ich den Stich üblicherweise auf der Stufe 2. Ich habe mir jetzt angewöhnt, Seitennähte vor dem Anprobieren mit der Stufe 3 zu nähen. Wenn Änderungsbedarf besteht, kann ich die längeren Stiche dann leichter auftrennen.

Wenn ich versäubere, stelle ich den Zickzackstich auf die höchste Stufe und die Stichlänge auf 2. Das erzielt bei mir die besten Resultate.

Beim Knopflochstich stelle ich meine Stichlänge auf den Bereich zwischen 0 und 1, das ergibt ganz kleine, enge Stiche, die in Kombination mit der Stichauswahl „Knopflochstich“ die typischen Knopflochränder ergibt.

Regler für Oberfadenspannung

Der Regler für die Oberfadenspannung hat bei mir 8 Stufen. Bis heute ist mir die Oberfadenspannung noch nicht ganz geheuer. Bei normalen, unelastischen Stoffen lasse ich sie auf Stufe 4. Je dicker der Stoff wird, desto lockerer sollte meist die Fadenspannung sein. Ihr könnt einfach ausprobieren, welche Fadenspannung am besten geeignet ist, aber Ihr solltet euch immer merken, auf welcher Stufe die Spannung ursprünglich war.

Ich spiele ehrlich gesagt nicht gern damit herum, es sei denn ich lese etwas darüber in einer Nähanleitung oder meine Nählehrerin empfiehlt es mir. Ich habe auch ganz lange Zeit nicht verstanden, in welche Richtung ich das Rad drehen soll, damit die Spannung lockerer bzw. straffer wird. Inzwischen weiss ich es: Je kleiner die Zahl wird, desto geringer (also lockerer) wird die Spannung, je höher ich gehe, desto straffer wird sie.

Handrad

Wenn ihr den Nähvorgang mit der Fußpedale startet, werdet Ihr feststellen, dass sich dabei auch das Handrad bewegt. Mit dem Handrad habt Ihr die Möglichkeit, einzelne Stiche gezielt und langsam zu nähen. Das ist praktisch, wenn man beispielsweise akurate Ränder nähen muss.

Anschiebetisch

Den Anschiebetisch könnt Ihr durch links zur Seite schieben entfernen. Im Anschiebetisch ist oft das Nähzubehör der Maschine versteckt (z.B. Nähfüßchen). Dahinter bekommt Ihr Zugriff auf die Spulenkapsel unterhalb des Maschinenfußes. In die Spurenkapsel setzt Ihr die Spule für den Unterfaden.

Taste zum Rückwärtsnähen

Diese Taste ist wichtig für die Rückwärtsstiche die Ihr jeweils am Anfang und am Ende einer Naht durchführt, um die Naht zu sichern. Man verhindert damit, dass sich die Naht später öffnet.

Ui, das waren ganz schön viele Funktionen! Aber sie sind aus meiner Sicht die wichtigsten, über die Ihr zu Beginn auch etwas wissen müsst. Ich würde Euch gerne noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben, wenn Ihr,  wie ich damals, noch nie genäht habt, euch aber gern eine Nähmaschine zulegen möchtet.

Ich habe habe meine Nähmaschine seinerzeit einfach online für 100 EUR bei Amazon bestellt, weil ich sehr ungeduldig war und direkt starten wollte. Ich hatte mir lediglich ein paar Kommentare dazu durchgelesen und mich dann für den Kauf entschieden. Noch einmal würde ich nicht so vorgehen.

Wenn Ihr Lust habt zu nähen, fragt vielleicht erst einmal im Bekanntenkreis, ob es jemanden gibt, der Euch seine Maschine für erste Nähprojekte ausleiht. So könnt ihr entscheiden, ob dieses Hobby wirklich etwas für Euch ist. Wenn Ihr merkt, Euch macht Nähen auf Dauer doch keinen Spaß, könnt Ihr die Maschine einfach wieder zurückgeben. Wenn es Euch gefällt, bekommt Ihr ziemlich schnell ein Gefühl dafür, was Ihr mit der Nähmaschine alles machen wollt und welche Funktionen für euch notwendig sind. Das kann Euch den Auswahlprozess bei der Anschaffung einer neuen Nähmaschine erleichtern.

Meine Nähmaschine hat meine Anfänge im ersten Jahr ganz gut begleitet. Aber ich habe sie ziemlich schnell an ihre Grenzen gebracht. Sie hat die wichtigsten Stiche zur Auswahl, wie den Geradstich und Zickzackstich. Knopflöcher kann man mit Ihr auch nähen, aber nicht automatisch. Seit einiger Zeit klemmt diese Funktion auch. Deswegen durfte ich vor Kurzem im Nähkurs eine Kursnähmaschine mit vollautomatischer Knopflochfunktion nutzen. Ich war so begeistert, die Maschine nähte ein perfektes Knopfloch von selbst!! Achtet beim Kauf also darauf, dass Eure neue Maschine eine Knopflochautomatik hat. Das erleichtert euch den Einstieg in die Nähwelt, denn Knopflöcher stellen dann keine großen Hürden mehr dar.

Nach zweieinhalb Jahren bin ich aktuell auf der Suche nach einer neuen Nähmaschine. Das sollte meiner Meinung nach aber nicht üblich sein, sondern die Maschine sollte die steigenden Anforderungen schon eine längere Zeit begleiten können. Dafür muss man vielleicht von Anfang an einfach ein bisschen mehr Geld (zumindest mehr als ich:-)) investieren eine Maschine mit mehr Funktionen auswählen. Dies erfordert wiederum, dass man weiß, welche Funktionen man benötigt und dass man die potenzielle neue Maschine auch näher kennenlernt. Geht in ein Fachgeschäft und lasst euch beraten. Näht probehalber ein paar Teststiche damit, lest Erfahrungsberichte und entscheidet euch dann in Ruhe. So übt ihr Euch auch ein bisschen in Geduld, eine Eigenschaft, die für’s Nähen SEHR nützlich ist.

Ich hoffe, ich konnte euch eine erste verständliche Einführung in Eure Nähmaschine und die Auswahl für das richtige Einsteigergerät geben. Wenn Ihr Fragen dazu habt oder Anregungen, freue ich mich über eine Nachricht.

Der Post „Überblick über die Nähmaschine“ erschien zuerst auf www.tweedandgreet.de

17. Januar 2015

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8 Kommentare

  1. Antworten

    Franzi

    21. Juni 2017

    Liebe Selmin,

    danke für den interessanten Beitrag. Mit welche Nähmaschine nähst du im Moment? Welche lässt sich auch bei Jersey eignen?

    Danke für eine Antwort und Happy Sewing!

    LG Franzi

    • Antworten

      Selmin von Tweed & Greet

      21. Juni 2017

      Hallo liebe Franzi, Danke! ich Nähe inzwischen mit einer Brother innovis, die gibt es für unterschiedliche Nähbedürfnisse und Jersey kann man mit ihr gut nähen…liebe Grüße, Selmin

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