Claire Fraser inspirierte Bluse Passiflore

Es ist nicht das erste Mal, dass mich Kleidungsstücke aus Filmen oder Serien zum Nachnähen inspirieren. Gerade bei historischen Filmen überkommen mich bei manchen Kostümen regelrechte Verliebtheitsgefühle inklusive Schmetterlinge im Bauch. Nicht immer sind die Kleidungsstücke alltagstauglich oder entsprechen meinem Stil und so bleiben sie einfach nur kleine Schwärmereien. Vor ein paar Jahren entstand dieses Lady Mary Memorial dress, inspiriert von Downton Abbey. Das Kleid war am Ende nicht wirklich alltagstauglich, jedoch hat es mir trotzdem einen riesigen Spaß (und STOLZ) bereitet, es zu nähen.

Die Idee für eine staubblaue Bluse begegnete mir an Claire Fraser in Staffel 5 der Serie Outlander. Es ist nach einem karierten Rock bereits das zweite Kleidungsstück zu dem sie mich beflügelt hat. Kurze Zeit später veröffentlichten Deer & Doe ihr Schnittmuster für Bluse und Kleid Passiflore. Möglicherweise wäre das Kleid an mir vorbeigerauscht, wenn nicht eines der offiziellen Designbeispiele aus einem ähnlichen Stoff, wie DIE Bluse genäht worden wäre. Und als wäre das alles nicht Zufall genug – vielleicht war ich in dem Moment aber auch besonders empfänglich für diese Hinweise – kam Anja mit diesem blauen Viskose-Leinen-Stoff um die Ecke, der mittlerweile ausverkauft ist. Bluse Passiflore kam somit also ganz klar auf meine Sommer-Liste.

Und dort saß sie auch erst einmal eine Weile. Ich hatte kein Overlockgarn das zum Innenleben passte, die Stoffläden hatten pandemiebedingt geschlossen und ich hatte keine Muße, online einfach nur Garn zu bestellen. Eine kleine Nähdepression stellte sich ein. Und dann dachte ich, „Ey hörma, Claire Fraser entwickelt einfach mal Penicillin aus schimmeligem Brot, 200 Jahre früher als vorgesehen und du weinst hier, weil dein Overlockgarn nicht passt für eine Bluse, die die Welt nicht braucht, weil draußen einfach mal ein krasser Virus die Weltherrschaft übernimmt. Jetzt näh das Ding mit weißem Garn und gut ist!“

Zack! Immer gut, der pragmatischen Persönlichkeitsebene zeitweise mal das Ruder zu überlassen, auch wenn sie manchmal ganz schön ruppig sein kann. An zwei Nachmittagen hatte ich die Bluse genäht und mit weißem Overlockgarn versäubert, ohne dass ich Schimpfe vom Gott des Perfektionismus bekam. Geht doch!

Genäht hab ich Größe 44 am Brustbereich und 46 ab der Taille. Meine Maße könnt ihr übrigens immer rechts in der Blogleiste sehen. Wahrscheinlich hätte ich auch die Taille in der gleichen Größe nähen können, aber ich finde den luftigen Sitz der Bluse im Sommer ganz angenehm. Beim Kleid würde ich wahrscheinlich insgesamt die Größe 44 auswählen, damit es etwas figurnaher sitzt.

Die Viskose-Leinen-Mischung eignete sich vom Gewicht her perfekt für die Bluse. Ich würde mich bei der Blusenversion auch immer eher für einen leichten Stoff entscheiden, da der Kragen bis zur Wiener Naht vorne doppelt verstürzt wird. Wo wir gerade beim Kragen sind: Der war etwas friemelig. Ich werde seit Jahren sowieso immer kurz nervös, wenn es in Anleitungen heißt: Nur bis hier zu diesem einen Punkt nähen. Bloooß nicht weiter, dann passiert was richtig Schlimmes. Gerade bei Reverskragen gibt’s dann meist beim Wenden eine böse Überraschung, weil sich die Nähte ineinander verschlungen haben. Mit viel Geduld und Auftrennen ist aber auch dieses Problem irgendwann gelöst. Ein Bügeleisen mit viel Dampf noch on Top, voilà, Krumpelei gerettet.

Ich hätte bei den Fotos vielleicht auch noch einmal mit dem Bügeleisen drüber gehen können. Aber dann kam mir wieder meine pragmatische Teilpersönlichkeit in die Quere und hat mich gezwungen, die Fotos zu machen, statt das Bügeln zu prokastinieren und am Ende ohne Fotos dazustehen, ihr versteht. Außerdem, wer viel getragen wird, knittern halt auch öfters.

Ich muss sagen, schon bei der ersten Anprobe (noch mit Krumpelkragen) war ich ziemlich verliebt in die Bluse. Und auch wenn ich Claire Frasers Look mit dem dunkelgrünen wallenden Maxirock und dem rustikalen Gürtel ziemlich gelungen finde, mag ich auch meine etwas schlichtere Interpretation mit Jeans.

Ich muss die Bluse ohne es zu merken übrigens so häufig getragen haben, dass mich irgendwann Anja im Büro darauf ansprach, ob ich die Bluse jetzt eigentlich jeden Tag tragen möchte. JA! Wenn die Tage wieder abkühlen freue ich mich wieder auf ein bisschen mehr Stoff auf der Haut als knappe Shorts und Tanktops! Und dann bekommt Passiflore wieder die Aufmerksamkeit, die sie verdient!

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!

Liebste Grüße,

Selmin


Zusammenfassung Outfit Details (alles selbst gekauft)

Schnittmuster Bluse: Passiflore von Deer & Doe

Stoff Bluse: Viskose-Leinen-Mischung von Rapantinchen Shop

Jeans: Dawn Denim

Kordel: Taschenkordel Prym

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2 Kommentare

  1. Antworten

    seelenruhig

    16. August 2020

    Wow! Die Bluse ist einfach der Hit!!! Mega! lieben Gruß von Ellen

  2. Antworten

    metterlink

    18. August 2020

    Ich wusste sofort, welches Outfit du meinst! Und die Bluse muss dafür etwas ungebügelt sein, ansonsten wäre Claire Fraser ja mehr mit bügeln als mit heilen und küssen beschäftigt gewesen 😉 Aber auch dir steht der Look total gut und ich nehme dir sofort ab, dass du dich darin sehr wohlfühlst!
    Liebe Grüße,
    Marina

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