Ein Montagmorgen an dem sich alles anders anfühlt

Von der Freude Anfänger zu sein

Die Sonne begrüßt uns heute morgen besonders strahlend, als mein Hundeopa Max und ich aus der Haustür treten. Die Bäume des Stadtwalds, an dessen Nähe wir wohnen, heißen uns mit ihren langen nackten Ästen, die auf mich wie Arme wirken, schon von weitem willkommen. Ein vertrauter Teil meiner Montagmorgenroutine und doch ist an diesem Montagmorgen alles anders. Es herrscht Stille, es sind keine Autos zu hören, und keine Eltern zu sehen, die mir mit ihren kleinen auf Rollern flitzenden Kindern auf dem Weg in die Kita entgegenkommen. Vereinzelt begegnen mir Jogger und Hundehalter. Unsere Hunde beschnuppern sich ganz unbedarft. Die Leinen hängen locker um unseren Hals, keine ins Büro flitzenden Radfahrer, auf die wir Rücksicht nehmen müssen. Wir nehmen Rücksicht aufeinander, halten Abstand und lächeln uns heute morgen besonders freundlich an. Ein Zeichen der Solidarität, an diesem Montagmorgen, an dem sich alles anders anfühlt.

Der Coronavirus, ein Wort, das man gar nicht mehr aussprechen muss, um diese Ausnahmesituation zu beschreiben, hat unseren Alltag erreicht. Schon die gesamten letzen Wochen versuchte ich meine gemischten Gefühle irgendwie einzuordnen. Ich schaffte es, Normalität zu bewahren und trotzdem besonnen zu sein. Anja und ich sind Anfang des Monats in unser neues Büro gezogen, begeistert darüber, wie produktiv wir in dieser kurzen Zeit waren. Seit Freitag überschlugen sich dann die Ereignisse. Ich brauche es Euch nicht zu erzählen. Nach den Schulschließungen, kamen alle paar Stunden neue Einschränkungen hinzu. Ich kommunizierte mit meinen Eltern und meiner Schwester in Istanbul über Facetime und Telefon und bin dankbar über diese Möglichkeiten, die mich trotz Grenzschließungen ein bisschen in die Nähe meiner Eltern lassen.

Ich sortiere mich noch. Ich weine und lache. Ich spreche viel mit meinen liebsten Menschen (danke Facetime und Whatsapp) und ich lasse alle Gefühle zu, denn sie sind alle richtig. Trotz vieler Sorgen bin ich für so vieles gerade auch dankbar und voller Mitgefühl. Und ich bin voller Zuversicht, dass alle Einschränkungen gerade richtig sind, auch wenn sie mein Weltbild völlig aus dem Ruder werfen.

Ich versuche meine Hände nicht nur sauber, sondern auch beschäftigt zu halten mit schönen Dingen, die meinen Kopf befreien. Ich schreibe meine Gefühle auf, manche davon teile ich nur mit meinem Notizbuch, manche mit meinen Liebsten und wieder manche mit Euch.

Ich arbeite an einer neuen Routine an diesem Montagmorgen, an dem sich alles anders anfühlt.

Fühlt Euch gedrückt, alles wird gut!

Liebste Grüße,

Eure Selmin

29. Februar 2020

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