Whoopsie, dieses Jahr komme ich irgendwie sehr langsam in die Gänge mit den Gedanken um meine Herbstgarderobe. Vielleicht hab ich ja insgeheim gehofft, der Sommer würde noch einmal richtig wiederkommen. Aber inzwischen ist es ziemlich klar und deutlich. Der Herbst ist da. Diese Woche habe ich erstmals wieder eine Jacke getragen, die ich nicht mehr als Übergangsjacke bezeichnen würde. Zeit also, um mir mal einen Überblick über meine herbstlichen Kombinationsmöglichkeiten zu verschaffen und den Kleiderschrank auf Herbst umzustellen.

Capsule Wardrobe Pläne Frühling - Tweed & Greet

Das Capsule Wardrobe Prinzip – Shoppen im eigenen Kleiderschrank

Es ist jetzt das dritte Jahr, in dem ich mich bei der Planung nach dem Capsule Wardrobe Prinzip orientiere. Das ist ein System zur Organisation der Garderobe, bei der man sich (saisonal) auf eine bestimmte Anzahl von Kleidungsstücken (20 bis 40 Teile) beschränkt und diese eine Saison lang untereinander hoch und runter kombiniert. Ziel ist es, nur Kleidungsstücke im Schrank zu haben, die wirklich passen und miteinander kombinierbar sind. Dabei geht es aber nicht darum, alles was nicht passt oder gefällt einfach auszumisten und neu zu kaufen, sondern darum, die bestehende Kleidung im Kleiderschrank nach den eigenen Bedürfnissen zu analysieren, zu kombinieren, auszuwählen und anschließend eventuelle Lücken zu ergänzen. Auf das Prinzip bin ich durch den „Capsule Wardrobe Workshop“ meiner Freundin Laura gekommen, den ich zum Start vor drei Jahren testen durfte.

Viele ihrer Tipps habe ich mir zu Herzen genommen, und so ist es für mich inzwischen jede Saison eine spannende Möglichkeit, den Inhalt meines Kleiderschranks neu zu erforschen. Und es ist immer ein bisschen wie Shoppen im eigenen Kleiderschrank. Auf diese Weise beschäftige ich mich zum Anfang jeder Saison mit dem Inhalt meines Kleiderschranks und kann eine Bestandsaufnahme machen: Lieblinge der letzten Saison wiederentdecken, anprobieren und sehen was mir noch passt, ggf. Fehler in der Kleidung aufdecken und reparieren. Neue Kombinationsmöglichkeiten finden und ggf. um passende Stücke ergänzen. So laufe ich auch nicht Gefahr, einfach blind etwas zu kaufen, was vielleicht gar nicht kombinierbar ist oder zu meinen Vorlieben passt und als Schrankleiche endet.

Dabei werden die Stücke, die ich tragen möchte, in einen Teil meines Schranks gehangen, so habe ich die ganze Saison über nur Kleidung griffbereit die wirklich passt und gefällt. Der Rest wird zusammen mit den nicht zur Saison passenden Sachen in einem anderen Abteil gelagert. Wenn es Kleidung gibt, die über mehrere Jahre nicht verwendet wurde, weil sie nicht mehr passt oder ich nicht mehr tragen möchte, wird sie endgültig aussortiert und verschenkt oder verkauft. Dieses Jahr werde ich es erstmalig auch so handhaben, mich von Kleidung zu trennen, die ich in den letzten beiden Wintern nicht getragen habe, weil sie nicht mehr passen.

Capsule Wardrobe Pläne Frühling - Tweed & Greet

Vorbereitung meiner Capsule Wardrobe – Outfit Diary

Bevor ich mich ans Umräumen meines Kleiderschranks mache, wird erstmal zwei Wochen lang Outfit-Bestandsaufnahme gemacht mit den ersten Herbstteilen: Ich fotografiere alles, was ich trage, wie ein kleines Outfit Diary und mache mir Notizen dazu. Das ist eine entspanntere Vorgehensweise als später beim Ausräumen des Schranks alles an einem Tag anzuprobieren. Ich bekomme so im Vorfeld schon ein Gefühl dafür, welche Kombinationen gut funktionieren und was vielleicht nicht mehr so gut passt. Und ich habe fotografisch schonmal Kombinationen festgehalten, die mir gefallen und vergesse sie nicht.

Vor einiger Zeit sind mir die Handyfotos der letzten Outfit-Diaries in die Hände gefallen. Das hat mich auf die Idee gebracht, den Prozess der Outfitanalyse hier mal mit euch zu teilen. Habt ihr Lust, mal mit reinzugucken?

Montag

Eins weiß ich jetzt schon. Kleid Daalia mit den Polka Dots wird mein Statement Piece in diesem Winter und wird auf alle Fälle ein Teil der Capsule Wardrobe. Ich möchte es mit vielen Kombination so lange wie möglich kombinieren. Der Kuschelcardigan, den ich hier mit einem Gürtel auf Taillenhöhe geschoppt habe ist schonmal ein guter Partner für dieses Outfit! Was auf alle Fälle fehlt, ist eine Strumpfhose in passender brauner Farbe oder ebenfalls mit hübschen Punkten. Das ist schonmal in der Einkaufsliste notiert.

Kleid: Schnittmuster Maxikleid Daalia von Schnittduett

Cardigan: Jumper Gaspard in Nude* von Sézane

Stiefel: Eugenie Boots* von Sézane

Dienstag

On Tuesdays, we wear Ringel. Ich hatte Lust auf mein Basic Ringelshirt, das ich bereits 2018 genäht hab. Dazu meine neue Flared Jeans und einen alten Blazer vom Mann, ausgeliehen aus seinem Kleiderschrank…Psst. Die Kombi mag ich, weil sie sehr bequem ist. Farblich fällt das Outfit diese Woche jedoch etwas aus dem Rahmen. Daher werde ich überlegen, ob es noch weitere Teile gibt, die ich mit dem schwarzen Blazer kombinieren kann, wenn er Teil der Capsule Wardrobe werden soll.

Shirt: T-Shirt Modular mit langen Ärmeln
Hose: DEW Dawn Denim (für eine Kooperation mit Dawn Denim kostenlos erhalten)
Blazer: Vom Mann geliehen
Schuhe: Veja*

Mittwoch

Ich freue mich über Cord-Hosen Wetter! Die Cord Hose Lola hab ich vor zwei Jahren genäht und es ist die einzige selbtstgenähte Hose in diese Saison, die mir noch knapp passt. Umso mehr freue ich mich immer, wenn ich sie anziehen kann. Allerdings muss ich sagen, dass sie am Ende des Tages irgendwann oben an der Taille doch anfängt zu zwicken. Das war letztes Jahr noch nicht so, aber es ist wie es ist. Wahrscheinlich kann ich oben an den Seiten noch ganz leicht Nahtzugabe freigeben, damit sie oben etwas lockerer sitzt.

Der Blazer war mein Statement Piece aus dem Sommer und ich möchte ihn auch im Winter noch weitertragen, wenn mein Gemüt nach Blumen verlangt. So lange es nicht zu kalt wird, wird es unter einer Oversize Jacke noch gut zu tragen sein. Irgendwann später machen sich Blazer unter dem Mantel ja nicht mehr so gut, finde ich und schränke meine Bewegungsfreiheit ein. Das Ringelshirt begleitet mich nun auch schon mehrere Jahre und ich möchte es auch dieses Jahr nicht missen.

Hose: Schnittmuster Hose Lola von Schnittduett

Shirt: Schnittmuster Long Swag von FashionTamTam

Blazer: Sézane (ausverkauft) ähnlicher Blazer hier*

Sneakers: Veja, ausverkauft

Donnerstag

Am Donnerstag fühlte ich mich insgesamt irgendwie unkreativ. Die bunten Sneakers haben die Laune gehoben aber ich hatte keine Lust auf große Klamotten-Experimente. Also hab ich auf ein schlichtes Basic-Shirt zurückgegriffen. Das Shirt hab ich letztes Jahr genäht. Es ist der Rolli Modular Schnitt mit schmalem Halsbündchen Add-On. Allerdings hat sich der Stoff trotz Vorwäsche beim Waschen etwas verzogen. Das Shirt ist durch die Wäsche an den Schulter etwas ausgeleiert und am Saumbereich zu kurz geworden. So dass ich mich immer wieder zurechtgezupft habe. Mag ich beim Tragen von Kleidung gar nicht. Der Cardigan im Overshirt Look von letztem Winter hat den Tag damit gerettet und die zu kurzen Stellen gut abgedeckt.

Hose: Schnittmuster High Waist Hose Lola aus Cord

Shirt: Schnittmuster Rolli Modular mit schmalem Halsbündchen (kostenloses Add-On)

Cardigan: Sézane, ausverkauft

Schuhe: Veja, ausverkauft

Freitag

Der orange Rolli ist wieder da! Auch er begleitet mich jetzt schon das dritte Jahr und ich bin nach wie vor begeistert von der Qualität der Merinowolle, die ich damals aus Neuseeland bestellt habe. Mittlerweile wurde der Pulli schon mehrmals gewaschen und er hat weder Form noch Farbe verloren und ich freue mich sehr, dass er dieses Jahr weiterhin meine Begleitung sein wird. Kombiniert zur schlichten Jeans und, für das kreative Feeling, mein Lockdown Leo Cocoon Kleid von letztem Winter kombiniert als Jacke. Den Bad Hair Day hab ich mit strengem Zopf besiegt und die bunten Ohrringe, die ich vor einiger Zeit selbst gemacht hab, haben nochmal ein künstlerisches Statement zum Outfit dagelassen. Ich weiß nicht was mit euch ist, aber insgesamt fühlte ich mich an dem Tag sehr Kahlo-esque.

Rolli: Schnittmuster Rolli Modular von Schnittduett

Shirt: Schnittmuster Bluse Cocoon von Schnittduett

Jeans: Dawn Denim (wurde mir für eine Kooperation zur Verfügung gestellt)

Stiefel: Stiefel: Eugenie Boots* von Sézane

Samstag

Am Samstag hab ich mich wegen der kühlen Temperaturen am Morgen erstmal in meinen älteren blauen Rolli begeben. Aber dann hat das Wetter nochmal alles gegeben. Eigentlich wollte ich nähen, aber das schöne Wetter hat mich dann doch auf die Terrasse gelockt. So hab ich den Tag zwar mit warmem Rolli und Jacke, aber offenen Schuhen draußen genossen und alles winterfest gemacht. Die dunkelblaue Jacke aus richtig schönem schweren sommerlichen Sweat hab ich vor ein paar Monaten im Sale gekauft, weil ich lange auf der Suche nach genau so einer Jacke war. Sie hat noch ein Bindeband aber ich mag es, sie einfach offen zu tragen. Bisher hat sie sich perfekt zu vielem kombinieren lassen. Der Rolli ist schon ein paar Jahre alt und wird auch dieses Jahr meine Begleitung sein. Ich mag diesen Ton in Ton Look total gerne und habe den Verdacht, dass es nicht das letzte Mal sein wird, dass ich die Kombination aus dem Schrank nehme. Vielleicht mit wärmeren Schuhen dann.

Jeans: Dawn Denim (wurde mir für eine Kooperation zur Verfügung gestellt)

Jacke: Closed*

Sandalen: Sézane*

Sonntag

Am Sonntag hab ich den Rolli gegen Streifenshirt getauscht und die Sandalen gegen wärmere Hausschuhe, die ich nur zum Gassigehen und Besuch unseres Grundstücks ausgezogen hab. Ein gemütliches Sonntagsoutfit trotz Jeans. Dank des weichen Stoffes und des Elasthananteils der Jeans kann ich hier wirklich einfach auch am Wochenende gemütlich in der Jeans herumlungern. Das lieb ich. Trotzdem hab ich schon eine gemütliche Jogginghose auf meiner To-Sew-Liste, da diese momentan in passender Größe fehlt. Eine schöne weite Hose in dunkelblau, die zur Sweatjacke passt, wäre mega!

Jeans: Dawn Denim (wurde mir für eine Kooperation zur Verfügung gestellt)

Jacke: Closed*

Streifenshirt: Upcycling Projekt aus altem Kleid

Das war sie, meine letzte Woche in Outfits. Diese Woche notiere ich weiter und sammle online Ideen für weitere Kombinationsmöglichkeiten, bevor ich mich dann an den Kleiderschrank begebe und endgültig die Sommerklamotten austausche.

Falls Euch das Thema Capsule Wardrobe Workshop übrigens interessiert, hab ich Laura gefragt, ob es noch einen Kurs geben wird. Sie hat mir verraten, dass sie im November wieder eine neue Runde ihres Workshops auflegt. Auf ihrer Blog-Startseite könnt ihr euch zum Newsletter anmelden und euch bereits einen kostenlosen Capsule Wardrobe Planer herunterladen. Auf diese Weise verpasst ihr es auch nicht, wenn die Anmeldungen für den Workshop wieder losgehen.

Wie läufts bei euch? Habt ihr auch schon mit euren Herbst-/Winterplänen losgelegt?

Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen, ich freu mich auf den Austausch!

Liebste Grüße,

Selmin

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Selmin Ermis-Krohs

Als Slow Fashion & Living Enthusiastin bin ich der kreative Kopf hinter dem Blog Tweed & Greet und Co-Founderin des Kölner DIY Fashion Labels Schnittduett. Ich bin Buchautorin von zwei Nähbüchern, Fotografin, Designerin, Content Creator, Multilinguistin, stolze Hundemama und ich glaube sehr stark daran, dass wundervolle Dinge geschehen können, wenn man sich erlaubt, ein langsameres und kreativeres Leben zu führen. Mit Ideen rund um mein Steckenpferd DIY Fashion zeige ich hier neben nachhaltiger und selbstgenähter Mode, Anregungen, die euch anfeuern sollen, mehr Kreativität in den Alltag zu bringen und auch mal etwas Langsamkeit zu zelebrieren.

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1 Kommentar

  1. Antworten

    undiversell

    14. Oktober 2021

    Einfach toll, die Kombinationen. 😍 LG Undine

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